Skip to main navigation Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

Die Wurzeln und die Entwicklung des Bundesverbandes Bunter Kreis

Die Wurzeln des Bundesverbandes liegen in Augsburg

Mitarbeitende der Kinderklinik erlebten immer wieder, dass schwer und chronisch kranke Kinder mit ihren Eltern nach der Entlassung oft sehr schnell wieder in der Klinik waren: Weil sie zuhause niemanden hatten, der (wie in der Klinik) auf Knopfdruck kommt und sich das Kind und die Situation anschaut. Gegen diesen Drehtüreffekt entwickelte Anfang der 90er Jahre ein “Runder Tisch” die Idee der Nachsorgeschwester. Sie bereitet die Entlassung vor, überprüft die Situation zuhause, besucht die Familie einige Male und ist für Fragen telefonisch erreichbar.

Die Idee setzte sich schnell durch 

  • Aus dem Runden Tisch wurde ein eingetragener Verein. “Bunter Kreis” wurde als Namen gewählt, weil die Familien einen Kreis von verschiedenen Helfern benötigen.
  • Neben Kinderkrankenschwestern wurden Soziapädagog:innen wichtig, weil es oft sozialrechtliche Probleme gab: Pflege, Schwerbehinderung, Hilfsmittel, spezielle Therapien, Bewältigung der veränderten Situation.
  • Case Management wurde als professionelle Methode implementiert.
  • Weitere Leistungen wie offene Behindertenarbeit, Patientenschulungen, Geschwisterbegleitung, Seelsorge und Trauerbegleitung erweiterten das Angebot zum Modell Bunter Kreis.
  • Anfragen aus anderen Regionen kamen und bundesweit übernahmen Kliniken oder andere, oft neu gegründete Einrichtungen das Modell Bunter Kreis.

Meilensteine des Bundesverbandes

Der Bundesverband Bunter Kreis e.V. war – in seinen unterschiedlichen Organisationsformen – von Beginn an treibende Kraft bei Entwicklung, Implementierung, Evaluation und Zukunftssicherung der Sozialmedizinischen Nachsorge (SMN) in Deutschland.

1995 Im Bunten Kreis Augsburg entsteht – interdisziplinär und von Förderern unterstützt – ein übertragbares Plattformmodell für SMN.
1999 Start der begleitenden Nachsorge-Forschung: Sozioökonomische Studie zum Nachweis von Effizienz und Effektivität sowie PRIMA-Studie.
2000 Das beta Institut beginnt mit der bundesweiten Case-Management-Ausbildung.
2002 Gründung des Qualitätsverbundes Bunter Kreis – Vorläufer des heutigen Bundesverbandes.
2004 SMN wird als Kann-Leistung gesetzlich verankert; erste Rahmenvereinbarung zur Finanzierung mit den Krankenkassen.
2007 „Flächendeckende Nachsorge“ wird verbindliches Verbandsziel.
2008 50. Bunter Kreis etabliert; bereits 3.500 Kinder erhalten bundesweit SMN.
2009 SMN wird Regelleistung der Krankenkassen; Anhebung der Altersgrenze.
2010 Durchbruch bei Vergütungsverhandlungen; erste Verträge mit geregelter Finanzierung.
  50 Mitgliedseinrichtungen gründen den Bundesverband Bunter Kreis e.V.
2014 Eigenverlag des Verbands veröffentlicht zwei Praxishandbücher; Start des ersten zertifizierten und abrechenbaren Präventionsprogramms „SuSi“ für Geschwister.
2015 Verein wächst auf 84 Einrichtungen und 15 Außenstellen; Roll-out des Programms „GeschwisterCLUB“.
2017 Einführung des neuen SN-Verordnungsbogens inkl. 2/3-Regelung.
2018 Strukturwandel führt zu deutlich höheren Vergütungen mit der AOK Baden-Württemberg – möglich durch das verbandsweite QM-System.
2019 G-BA definiert Frühgeburt und kardiologische Erkrankungen als komplexe Indikationen; Nachsorgebedarf wird Qualitätsmerkmal bei Entlassung.
  Großer Bericht in DIE WELT über Verband und Einrichtungen.
  Bundesverband erhält den Nachsorgepreis der Deutschen Kinderkrebsnachsorge.
  Auridis-Förderperiode endet; seither Finanzierung zu zwei Dritteln aus Mitgliedsbeiträgen.
2020–21 Nachsorge beweist Systemrelevanz in der Pandemie und bleibt oft einzige Versorgungsstütze außerhalb des Krankenhauses.
2024 Vorstand und Mitgliedseinrichtungen richten einen Zukunftsworkshop aus, um neue fachliche Impulse für die Nachsorge zu setzen.

Diese Etappen verdeutlichen, wie der Bundesverband – gemeinsam mit seinen Mitgliedseinrichtungen – die Sozialmedizinische Nachsorge in Deutschland nachhaltig etabliert und beständig weiterentwickelt.